Elektromobilität in der Hauptstadtregion

Elektromobilität in der Hauptstadtregion

Die Elektromobilität ist weltweit auf dem Vormarsch. In Nordamerika krempelt ein kalifornisches Startup mit nur einem Elektroauto-Modell, dem Tesla Model S, den Kfz-Premiummarkt um und auch Europa bereitet sich mit zahlreichen Forschungs- und Pilotprojekten auf das postfossile Zeitalter vor. Um dabei sprichwörtlich den Anschluss nicht zu verlieren, fördert die Bundesregierung in Deutschland verschiedene Projekte im Rahmen von vier sogenannten Schaufensterregionen. Im vergangenen Jahr wurde Berlin als eines der vier Schaufenster der Elektromobilität ausgewählt.

Ein Gastbeitrag von Dipl.-Wi.-Ing. Christian Milan, Betreiber des deutschen Webportals für angewandte Elektromobilität Emobilitätonline.de

Schaufensterregion Berlin-Brandenburg

Bis zu elf Projekte aus der Modellregion Berlin/Brandenburg sollen nach einem Senatsbeschluss mit insgesamt rund 20 Millionen Euro ausgestattet werden und Berlin bundesweit und auch international als Referenzstadt für Elektromobilität etablieren. So dienen die geförderten Projekte als „Praxislabor, das Alltagstauglichkeit und Wirtschaftlichkeit der E-Mobility aufzeigen werde“. Die Gesamtkoordination der einzelnen Hauptstadt-Projekte liegt in der Hand der Berliner Agentur für Elektromobilität eMO. Ein Qualifizierungszentrum für Elektromobilität soll eingerichtet werden, der ÖPNV verstärkt auf Elektrofahrzeuge zurückgreifen und sogar eine reine Elektrobuslinie zwischen Haupt- und Ostbahnhof ist geplant.

Zudem wird die Ladeinfrastruktur weiter ausgebaut: In den kommenden Jahren sollen rund 700 neue Ladestationen errichtet werden – schon heute ist in Berlin die höchste Dichte an Stromtankstellen in einem deutschen Ballungsgebiet zu verzeichnen. Um die Nutzung von E-Bikes als Alternative zu Kraftfahrzeugen attraktiver zu machen, soll ein Berlin-Brandenburger Korridor eigens für Elektrofahrräder eingerichtet werden.

Elektromobilität als Wachstumsmotor

Während sich die deutsche Automobilindustrie in Sachen Elektromobilität allgemein noch zurückhaltend zeigt, herrscht bei der Politik Optimismus. Umweltsenator Müller erklärte kürzlich, dass Berlin beweisen wolle, wie die Vorteile von Elektrofahrzeugen mit größtmöglichem Nutzen für den Verkehr, aber auch für die Lebensqualität der Bewohnerinnen und Bewohner eingesetzt werden können.

Cornelia Yzer, Senatorin für Wirtschaft, Technologie und Forschung, betont auch die wirtschaftliche Bedeutung der Elektromobilität: „Berlin wird in einem der wichtigsten Zukunftsbereiche zur Referenzstadt. Elektromobilität wird nicht nur unser Mobilitätsverhalten beeinflussen, sondern auch neue Wertschöpfungsketten entstehen lassen. Berlin kann seine starken Forschungskapazitäten und die innovativen Zulieferer- bzw. Entwicklungsunternehmen verstärkt verknüpfen. Dies ist eine einmalige Gelegenheit für unsere fachspezifischen Forschungseinrichtungen und die kreativen Unternehmen vor Ort, qualifizierte Arbeitsplätze zu sichern bzw. neu zu schaffen.“

Kommunale Unternehmen als aktive Nutzer

Und auch kommunale Dienstleister in der Region zeigen sich offen gegenüber alternativen Antrieben. So ist seit letzter Woche das neue Abfallsammelfahrzeug mit Hybridantrieb der Stadtentsorgung Potsdam (STEP) im Einsatz. Es ist Teil des Projekts “Elektro-Abfallentsorgungssysteme” und wird ab sofort zweieinhalb Jahre lang im Praxisbetrieb getestet. Enrico Munder, technischer Geschäftsführer der STEP, erklärt: “Die STEP ist einer der größten Nutzfahrzeugflottenbetreiber in Potsdam. Als Unternehmen des Stadtwerke-Verbundes sind wir dem Umweltschutz verpflichtet. Deshalb sind wir bei der Entwicklung innovativer Technik als aktiver Nutzer dabei. Die Erprobung der Hybridtechnik im kommunalen Einsatz bietet uns die Chance, Erfahrungen zu sammeln und einen nachhaltigen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten.”

Potsdam hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2020 den CO2-Ausstoß um 20 Prozent zu reduzieren, zahlreiche Projekte bei den Stadtwerken sollen dazu beitragen, diese Marke zu erreichen. Die STEP erwartet für den Testbetrieb eine Kraftstoffeinsparung von insgesamt bis zu 30 Prozent. Im Rahmen des Schaufenster-Projekts werden zukünftig auch weitere Hybrid-Abfallsammelfahrzeuge bei den Berliner Stadtreinigungsbetrieben (BSR) und bei der Abfallwirtschafts-Union Oberhavel GmbH (AWU) zum Einsatz kommen.

eMobilitätsAtlas 2013/2014: einzigartige Marktübersicht zur Elektromobilität

Und nicht nur in Berlin und Brandenburg finden Veranstaltungen, Forschungsprojekte und Flotteneinsätze von Elektrofahrzeugen statt. Bundesweit gibt es mittlerweile eine Vielzahl an Aktivitäten und allein in den nächsten Monate bringen mehrere Autohersteller Serien-Elektroautos auf den Markt.eMobilitätsatlas 2013/14

Wer einen umfassenden Überblick über die Entwicklung der Elektromobilität erhalten möchte, dem sei der neue eMobilitätsAtlas 2013/2014 empfohlen – eine bisher einzigartige Marktübersicht: In handlicher und übersichtlicher Form bietet er eine vielseitige Informationsquelle für Privatpersonen und Unternehmen. Welche Elektrofahrzeuge sind aktuell und in naher Zukunft auf dem Markt? Wie findet man die nächste Ladestation? Was sagen die Experten zu den Entwicklungspotenzialen der Elektromobilität? Diese und viele weitere Fragen beantwortet der eMobilitätsAtlas 2013/2014 in verständlicher und unterhaltsamer Weise. Er beinhaltet neben den interessantesten Beiträgen und Interviews aus dem Branchenportal eMobilitätOnline.de eine Übersicht aktueller Elektroautos, ausführliche Fahrzeugvorstellungen der spannendsten Neuerscheinungen sowie zahlreiche wertvolle Praxistipps für Elektromobilisten und solche, die es werden wollen.

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http://www.emobilitaetonline.de/e-journal/fachliteratur/427-emobilitaetsatlas-20132014-fahrzeuge-unternehmen-informationen/

24. Oktober 2013 von Michael Schulz
Kategorien: Elektromobilität, Energiewende, Gastbeitrag | Schlagwörter: , , , , | Schreibe einen Kommentar

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